Soziale Stadt

Für unsere Zukunft in einer
sozialen Stadt

Eine Stadt in der sich alle gut aufgehoben und versorgt fühlen. In der man in jedem Alter Angebote und Anschluss finden kann und in der Bürgerbeteiligung ernst genommen wird.

1. Mehr Platz für die Jugend schaffen

Die Jugendlichen in Falkensee wünschen sich schon lange einen Ort, an dem sie Ihre Freizeit selbst gestalten, quatschen, chillen und sich treffen können. Einen Ort, den sie selbst verwalten und gestalten.

Falkensee hat aktuell zwei Jugendclubs, die von Trägern betrieben werden. Ein weiterer wurde gerade geschlossen. Diese betreuten Einrichtungen mit ihrem verlässlichen Angebot für Ferien- und Freizeitgestaltung, aber auch Hausaufgabenbetreuung werden in Falkensee dringend benötigt und sollten noch weiter ausgebaut werden.

Bei einem selbstverwalteten Jugendclub jedoch entscheiden Jugendliche und junge Erwachsene gemeinsam, was im Club laufen soll. Jugendliche lernen hier Verantwortung zu übernehmen und sich selbst zu organisieren. Die Verwaltung und das Erarbeiten von Regeln gehören mit dazu. Sie werden mit anderen Worten hier erwachsen und lernen mit Konflikten und Herausforderungen umzugehen. Eine aktive verantwortungsvolle Freizeitgestaltung und nicht das politische Engagement steht hier im Vordergrund.

Als Bürgermeisterin von Falkensee möchte ich unseren Jugendlichen einen solchen Ort ermöglichen. Ein vielfältiges Angebot für die Jugend trägt wesentlich zur Attraktivität unserer Stadt bei. Für Familien ist es wichtig, dort hinzuziehen, wo es für ihre Kinder gute Angebote der Freizeitgestaltung gibt. Außerdem kehren Menschen auch gern an einen Ort zurück, an dem sie eine tolle Jugend hatten.

2. Kinderbetreuung in Kita und Hort verbessern

In Falkensee leben viele Eltern mit Kindern und die Stadt wächst aufgrund ihrer grünen Lage und Nähe zu Berlin, wenn auch etwas langsamer als bisher. Für die städtischen Einrichtungen ist es eine Herausforderung, mit den Ansprüchen an die wachsende Stadt mitzuhalten. Die Pandemie und der Fachkräftemangel erschweren die Situation zusätzlich. Im Ergebnis sind unsere Kita- und Hortgruppen stark ausgelastet und unsere Erzieher*innen erschöpft. Betreuungszeiten können nicht mehr eingehalten werden und Eltern ihrer Arbeit nur unter erschwerten Bedingungen nachgehen. Eine Ganztagsbetreuung ist ohnehin noch längst nicht selbstverständlich und weiter in die Ferne gerückt.

Um dem begegnen zu können, bedarf es neben einer guten Bezahlung attraktiver Arbeitsplätze mit klaren Arbeitsbedingungen. Ich will sicherstellen, dass hochqualifiziertes pädagogisches Personal seiner Erziehungsarbeit auch nachgehen kann. Keine Erzieherin sollte im Sommer den Kitagarten wässern müssen oder die Küchenarbeit erledigen. Kitaleitungen müssen Leitungsaufgaben erledigen. Dafür muss gegebenenfalls mit haushälterischen Mitteln gesorgt werden. Flexiblere Arbeitszeitmodelle können zudem der Gesunderhaltung der Erzieherinnen und Erzieher dienen. Fortbildungen können Perspektivwechsel bringen und zu Veränderungen animieren. Teambildende Maßnahmen können dem Team-Spirit dienen und das Arbeitsklima verbessern. Erzieher*innen arbeiten gerne und aus Überzeugung mit unseren Kindern, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dafür mache ich mich als Bürgermeisterin stark.

3. Schulen barrierefrei für alle gestalten

Unsere Schulen sind zentrale Orte des Lernens und des sozialen Lebens. Ein inklusives Bildungssystem setzt voraus, dass Schulen barrierefrei und technisch gut ausgestattet sind. Das ist kein Luxus, sondern Menschenrecht und eine wichtige Investition, um möglichst allen Kindern in Falkensee eine gute Schule vor Ort anbieten zu können. Alle Kinder sollten von Anfang an gemeinsam lernen und aufwachsen können, keines sollte die Stadt verlassen müssen, um eine passende Schule zu finden.

Das fängt an bei Aufzügen und Gebäudeeingängen, geht über Bodenleitsysteme, Treppenhäuser, Sanitäranlagen bis hin zu Umkleidekabinen und Klassenräumen. Auch die Beleuchtung und Raumakustik muss mit geplant und berücksichtigt werden.

Diese große Aufgabe werde ich in Zusammenarbeit mit den in Falkensee aktiven Bildungsträgern und den Mitgliedern des „Runden Tisches Inklusion“ weiter und intensiver bearbeiten und Lösungen entwickeln.

4. Kinderfreundliche Kommune werden

Falkensee soll eine Stadt sein, in der Kinder und Jugendliche gerne leben, sich ernst genommen fühlen und beteiligt werden. Alle sollen sich sicher und selbständig in der Stadt bewegen können. Kinderfreundlichkeit bedeutet im Alltag mehr Lebensqualität und Sicherheit für uns alle.

Als Bürgermeisterin werde ich mich dafür einsetzen, dass Falkensee das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ von Unicef und dem deutschen Kinderhilfswerk erhält. Dafür muss die Stadt ein festgelegtes Programm durchlaufen und die UN-Kinderrechtskonvention umsetzen.

Unter Einbeziehung der Kinderbeauftragten und verschiedenen Akteuren wie z.B. dem Jugendbeirat, Jugendforum und möglichst vielen Kindern und Jugendlichen erarbeiten wir dabei einen Aktionsplan und setzen ihn um.

5. Kinder- und Jugendbeteiligung stärken

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu stärken, ist uns GRÜNEN seit Jahren wichtig. Auf Initiative der grünen Landtagsfraktion wurde sie in der Kommunalverfassung verankert. In Falkensee haben wir es geschafft, eine hauptamtliche Kinder- und Jugendbeauftragte einzurichten. Sie hat ihre Arbeit im letzten Jahr aufgenommen. Nun müssen wir die gesetzlichen Vorgaben gemeinsam mit Leben füllen. Die Verwaltung muss lernen, Kinder und Jugendliche einzubeziehen und flexible Beteiligungsformate entwickeln. Denn: Kinder- und Jugendliche wissen selbst am besten, was sie wollen und brauchen.

Mit dem Jugendbeirat und dem Jugendforum haben wir in Falkensee hervorragende Strukturen, über die sich Jugendliche und Kinder Gehör verschaffen, ihre Interessen laut und sichtbar vertreten und sich an Entscheidungen beteiligen können. Auch die Partnerschaft für Demokratie ist hierbei ein starker Partner neben vielen weiteren Akteuren. Aber auch sie benötigen viel mehr Unterstützung. Außerdem möchte ich die Kommunikation mit den Sozialpädagogischen Fachkräften intensivieren und für eine bessere Vernetzung sorgen.

Denn eins ist klar: Echte Beteiligung findet nur statt, wenn wir noch viel mehr Kinder- und Jugendliche erreichen. Es gibt noch viel zu viele, die sich von den derzeitigen Angeboten überhaupt nicht angesprochen fühlen.

Weitere Ideen, wie die Einrichtung eines Jugendhaushaltes und den Aufbau von weiteren Treffpunkten, möchte ich mit den Kindern und Jugendlichen der Stadt gemeinsam besprechen, Themen wie den Klimaschutz, andere zukunftsrelevante Fragen diskutieren.

6. Generation 60+: Gut versorgt und sozial aktiv

Ein Viertel der Falkenseer*innen gehört zu den Seniorinnen und Senioren. Mit dem Ruhestand verändert sich das Leben für viele stark. Gesundheitliche Einschränkungen, fehlende soziale Kontakte oder finanzielle Einbußen machen das Älterwerden nicht einfach. Eine gute wohnortnahe ärztliche Versorgung, erreichbare Geschäfte und Treffpunkte mit seniorengerechten Angeboten sind hier von hoher Bedeutung. Hier gilt es vielerorts in Falkensee nachzubessern und auszubauen, wie zum Beispiel im Falkenhorst, in Falkenhöh oder im Wachtelfeld.

Als Bürgermeisterin werde ich einen engen Kontakt zum Seniorenbeirat halten und das Netzwerk im Bereich Pflege und Seniorenarbeit ausbauen. In einem Seniorenkonzept wird festgehalten, welche Maßnahmen in den nächsten Jahren umgesetzt werden müssen, um unsere Seniorinnen und Senioren noch besser in der Stadt zu versorgen.

7. Falkensee als Wirtschaftsstandort stärken 

Eine soziale, sichere und grüne Stadt braucht eine starke Wirtschaft, eine innovative Wirtschaftsförderung und ein zukunftsorientiertes Zentrumsmarketing!

Wir alle wünschen uns eine attraktive Mitte mit Geschäften, kreativen und sozialen Angeboten. Mit gemütlichen Restaurants, geselligen Pubs wie früher das „schrääg`rüber“, kleinen Bistros, Blumen- und Buchläden oder anderen hübschen Läden, in denen man schöne Dinge kaufen kann.

Eine attraktive Zentrumsgestaltung gelingt jedoch nur, wenn man die Gewerbetreibenden und Handwerksunternehmen mitnimmt und gut mit ihnen zusammen arbeitet.

Themen wie die Entwicklung und Sicherheit in Gewerbegebieten, ökologische Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit, gute Arbeitsbedingungen, Coworking Spaces,  berufliche Aus- und Einpendler, Ausbildungs- und Standortmarketing, zwischenbetriebliche Lösungen und Verbünde, wie z.B. in der Materialbeschaffung, Fachkräftegewinnung und -entwicklung, Ausbildung und Zusatzqualifizierung und die Fördermittelbeantragung will ich mir mit den Unternehmen gemeinsam ansehen und Lösungen auf den Weg bringen.

Außerdem werde ich mich als Bürgermeisterin mit Ihnen und Experten austauschen und ihre Unterstützungswünsche sammeln zu Themen wie der Gestaltung von Auftragsvergaben, nachhaltigen Wertschöpfungsketten, Energieeffizienz, altersgerechten Arbeitsplätzen, Integration und Teilhabe im Betrieb, Digitalisierung und zukunftsträchtigen Vorhaben.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt wird beratend zur Seite stehen und passende Fördermöglichkeiten recherchieren.

Falkenseer Handwerksbetriebe, kleine Unternehmen, Soloselbstständige und Geschäfte stehen vor Herausforderungen, die wir in einem lokalen Netzwerk angehen und zusammen lösen müssen!

8. Fachkräftegewinnung und -entwicklung in Falkensee stärken

Zukünftig wird es auch für unsere in Falkenseer Unternehmen noch schwieriger werden, Fachkräfte zu gewinnen. Als Kunden haben wir jetzt schon die Erfahrung gemacht, dass es schwer geworden ist, bei Unternehmen Handwerksleistungen in Auftrag geben zu können. Es fehlt überall an Personal. Auch um die Energiewende hinzubekommen, brauchen wir qualifizierte Beschäftigte und Auszubildende im Bau- und Ausbaubereich und in der Anlagen- und Gebäudetechnik.

Ich will den Falkenseer Unternehmen konkrete Möglichkeiten zur Gewinnung von Nachwuchs- und Fachkräften geben.

Die städtische Wirtschaftsförderung soll verstärkt unsere Unternehmen und Schulen zusammenbringen. Unsere jungen Leute sollen frühzeitiger und auf verschiedenen Wegen auf Berufsprofile und Ausbildungsmöglichkeiten hingewiesen werden. Ausbildungsmessen könnten innovativer und interessanter gestaltet werden. Auch ein stets gepflegter digitaler Ausbildungsatlas wäre von Vorteil. Für all diese Maßnahmen möchte ich die Wirtschaftsförderung unserer Stadt stärker einbinden.

Außerdem brauchen wir Konzepte, die an der lokalen Unternehmenspraxis ausgerichtet sind. Als Bürgermeisterin und Verwaltungschefin werde ich mich persönlich dafür einsetzen, im Land und Kreis für eine lokale Ausrichtung der beruflichen Orientierungsangebote und Berufsperspektiven in unseren Unternehmen zu werben.

Meine Teilnahme in der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG)
Wirtschaftsregion Osthavelland ist dafür förderlich und ich werde sie als Bürgermeisterin fortführen und intensivieren.

9. Sport fördern, Angebote erweitern

Falkensee verfügt über ein großes Angebot an Sportvereinen. Wir sind 2008 und 2018 als „Sportlichste Stadt im Land Brandenburg“ ausgezeichnet worden, weil hier mehr Menschen als im Landesdurchschnitt in einem Sportverein sind.

Mit der im letzten Jahr verabschiedeten Sportförderrichtlinie haben sich Stadtverordnete darauf verständigt, den Vereinssport in Falkensee unterstützen wollen. Freizeit-, Breiten- und Leistungssport sollen ausgewogen und bedarfsgerecht gefördert werden.

Als Bürgermeisterin werde ich mich dafür einsetzen, dass die Vereine hier gleichmäßig einbezogen werden, Ideen und Wünsche noch stärker ihre Berücksichtigung finden und die Vereine dabei unterstützt werden, ihre Angebote zu erweitern.

Mir ist es außerdem wichtig, dass wir hierbei die Bedürfnisse aller Sportler*innen berücksichtigen. Sport ist für viele Menschen ein elementarer Teil ihrer Identität. Gerade im Sport haben wir noch oftmals Probleme, geschlechtliche Vielfalt anzuerkennen. Traditionelle Körperbilder und Geschlechterrollen sind hier vorherrschend.

Dazu will ich in den Dialog mit den Vereinen treten.

10. Kunst und Kultur fördern

Kunst und Kultur sind für mich unverzichtbar Teil unseres Lebens, unserer Demokratie und unserer offenen Gesellschaft. Kunst und Kultur sorgen für neue Perspektiven und bieten Räume für Debatten. Beides ist in einer lebendigen Stadt wichtig und bereichert unseren Alltag. Dazu zählt für mich auch eine aktive und ansprechende Erinnerungskultur (Unterstützung der Stolpersteingruppe, Gestaltung und Erhalt von baulichen und natürlichen Denkmälern, Ausbau der kulturellen Informationstafeln zu historischen Gebäuden und Orten usw.) und eine ästhetische Baukultur, die auf Innovationen – auch im ökologischen Bereich – setzt. Kultur und Kunst müssen viel stärker unser Falkenseer Stadtbild prägen, im öffentlichen Raum sichtbar werden. Sie geben der Stadt ein unverwechselbares Gesicht mit Charakter. Perspektivisch ist sogar die Kombination mit touristischen Angeboten (wie Fahrrad-und Wanderrouten) denkbar.

Daher möchte ich in Falkensee den Kunst- und Kulturbereich bestmöglich fördern. Dafür werde ich im steten Dialog mit unseren Kultureinrichtungen sowie Künstler*innen bleiben, um sie tatkräftig zu unterstützen. Ihre Angebote, Programme und Impulse sind für unsere Stadt äußerst wichtig. Deshalb setze ich mich für eine transparente Kulturförderung und für bessere Rahmenbedingungen ein.

Junge und lokale Künstler*innen liegen mir am Herzen. Sie brauchen (Frei-)Räume für ihre kulturellen Projekte und um ihre Arbeiten präsentieren zu können. Das schafft Begegnungsstätten für uns alle, fördert das Zusammenleben, den Austausch und damit auch unsere Lebensqualität. Zudem zieht eine lebendige Kulturszene Besucher*innen nach Falkensee, die neben den Kulturschaffenden damit auch unsere lokale Gastronomie und Geschäfte unterstützen.

11. Ehrenamt in und außerhalb von Vereinen stärken

In Falkensee haben wir viele ehrenamtlich aktive Menschen, die sich mit Leidenschaft – oft neben dem Beruf und der Familie – in ihrer Freizeit für andere und für ein l(i)ebenswertes Falkensee einsetzen.

Man findet sie in unseren Förder- und Sportvereinen, aber es gibt auch viele, die ganz individuell für andere da sind und eher selten sichtbar werden. Menschen, die anderen Familien helfen, bei der Kinderbetreuung unterstützen, Kindern vorlesen, Nachhilfe geben, die Senioren und Seniorinnen unterstützen

Mir ist es ein Anliegen, alle ehrenamtlichen Aktiven in und außerhalb von Vereinsstrukturen sichtbar zu machen und deren gesellschaftlichen Einsatz zu würdigen. Mit der Verleihung des Bürgerpreises haben wir bereits eine schöne Anerkennungskultur, die ich als Bürgermeisterin selbstverständlich fortführen werde.

Ehrenamt kann sich aber noch besser in der Stadt vernetzen und Kompetenzen könnten effektiver gebündelt werden. Wie damals im Kompetenzzentrum Havelland. Dort haben Ehrenamtliche Schüler*innen bei ihren beruflichen Bewerbungen unterstützt. Das ist ein Ansatz, den ich gern wieder zum Leben erwecken würde. Hier gäbe es zudem eine Verbindungsmöglichkeit mit meinem Wirtschaftsförderungsprogramm.

Eine andere Idee ist das Verbinden der derzeit schwierigen personellen Situation in Kindergärten mit zum Beispiel Vorlese-Großeltern, die den Erzieher*innen in der Zeit, in der sie in der Gruppe vorlesen, die Möglichkeit zur Erledigung von anderen Aufgaben geben. In einer „Ideen-Denkwerkstatt“ finden wir sicherlich gemeinsam noch andere Bereiche, die sich sinnvoll mit dem Ehrenamt verbinden lassen.

Ich sehe uns als Stadtverwaltung in der Pflicht, gute Rahmenbedingungen für das Ehrenamt zu schaffen. Meine erste Aktivität wird sein, die Vereins- und Fördervereinsauflistung auf der Website der Stadt zu aktualisieren und kontinuierlich zu pflegen. Mir schwebt eine möglichst barrierefreie Datenbank mit Filterfunktion vor.

Für unsere Zukunft in einer …

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