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Falkensee, der

Kranzniederlegung am Volkstrauertag

Am Volkstrauertag wird seit Jahrzehnten der Opfer von Krieg, Vertreibung und Gewaltherrschaft gedacht. In diesem Jahr – heute – erzeugt dieser Tag in Anbetracht des brutalen russischen Angriffs auf die Ukraine ein besonderes Gefühl der Beklemmung in mir. Denn es herrscht wieder Krieg in Europa. Ganz in der Nähe.

Viele Menschen, Frauen mit Kindern, Ältere und Gebrechliche oder Kranke, sind auf der Flucht, haben Angehörige und Freunde im Krieg verloren und eine Zuflucht hier bei uns gefunden. Sind plötzlich ganz nah. Die meisten von uns können es sich nicht vorstellen wie es ist, heimatlos zu sein und jemanden zurückzulassen. Wir sind es gewohnt im Frieden zu leben. Und ich habe das Gefühl, wir stumpfen auch schon wieder ab. Verfolgen die Nachrichten aus der Ukraine nicht mehr so besorgt wie noch im Februar und März. Jedenfalls habe ich mich dabei schon ertappt.

Aber diese Nachrichten dürfen nicht zur Normalität werden. Die Bilder von Verletzten und trauernden Menschen, zerstörrten Häusern die ein Zuhause waren, dürfen nicht zur Normalität werden. Und es herrscht ja nicht nur in der Ukraine Krieg, sondern auch in vielen anderen Ländern auf der Welt. Zurzeit gibt es mindestens 27 Kriege oder bewaffnete Konflikte auf der Welt. In vielen verschlechtert sich gerade die Situation wie zum Beispiel in Afghanistan, im Libanon, in Äthiopien, im Jemen, die Rohingya-Krise in Myanmar und der Konflikt in Äthiopien.

Kränze niederzulegen hilft hier nicht wirklich. Aber so ein Gedenktag rüttelt uns vielleicht wieder wach. Er fordert uns auf, die Augen zu öffnen. Und er mahnt uns, nicht nachzulassen und geschlossen zu handeln. Alle gemeinsam.

Foto: L. Meyer

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